Heilung braucht Zeit!

 

Wenn uns etwas widerfahren ist, dass unser Leben völlig durcheinandergebracht, uns verletzt hat und uns erst einmal verzweifelt sein lässt, braucht es Zeit, wieder in eine Form der Normalität zurückzufinden - auch wenn wir wissen, dass es nie mehr das gleiche Leben sein wird.

 

In der folgenden Grafik finden Sie ein Modell der Psychologie, das die einzelnen Phasen einer Krisenbewältigung beschreibt. Sie können die Informationen dazu entweder unten nachlesen, oder sich das folgende Video dazu anschauen:

 

 

 

Wenn etwas für uns Furchtbares passiert, ist unsere erste Reaktion in der Regel ein Schock. Ob eine Kündigung, ein Autounfall, die Ansage des Partners, dass er geht, ein Einbruch, eine schlimme medizinische Diagnose - all diese und viele weitere Ereignisse können uns von einem Moment auf den anderen völlig aus der Bahn werfen, bewegungs- und handlungsunfähig machen. Auf den Schock folgt die Verleugnung. Wir weigern uns, die vorgefallene Situation zu akzeptieren. Nein, nicht ich. Das kann nicht sein. Das muss ein Irrtum sein! Das kann uns nicht passiert sein. Das passiert anderen Leuten, aber nicht mir! Es dauert eine ganze Weile, bis die volle Wahrheit bei uns ankommt. Doch wenn sie ankommt und wir realisieren, dass nichts mehr so sein wird, wie es einmal war, trifft es uns oft wie ein Faustschlag.

 

Was dann folgt, ist das dunkle Tal der Tränen. Das Gefühl, der Schmerz, der Schock, die Ohnmacht hören nie wieder auf. Ob menschliche oder materielle Verluste. Wir sind zutiefst verletzt, fragen uns, wie uns das Leben etwas Derartiges antun kann. "Sind wir denn so schlechte Menschen, haben wir denn so viel falsch gemacht?" habe ich Klienten schon fragen hören. Nach welchem Maßstab misst das Leben, wem was zustößt?

 

Erst nach und nach "gewöhnen" wir uns an den neuen Zustand. Von echter Akzeptanz sind wir an diesem Punkt noch weit entfernt. Wir beginnen zu verhandeln, versuchen, so viel Normalität und "altes Leben" wie möglich zurückzubekommen, feilschen um jede Sekunde, die uns nicht an das Erlebte erinnert. Doch das Leben ist ein unnachgiebiger Verhandlungspartner und holt uns leider immer wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Bis wir endlich verstanden - nein akzeptiert - haben, dass etwas Schreckliches passiert ist, dass wir das Rad der Zeit nie mehr werden zurückdrehen können. Erst dann, nach dieser Akzeptanz, setzt die echte Trauer ein. Echte Trauer kann uns monatelang durchschütteln, bei manchen Menschen scheint sie nie enden zu wollen. Zwischendurch sieht es vielleicht so aus, als hätten wir das Schlimmste hinter uns, doch es passiert immer wieder, dass wir "Rückfälle" erleiden, uns wieder so hilflos, ohnmächtig, verletzt und verzweifelt fühlen wie am Anfang unseres Schicksalsschlags.

 

Erst nach und nach begreifen wir dann doch, dass sich etwas verändert, dass sich in uns etwas verändert. Wir entwickeln Schritt für Schritt neue Strategien, um mit den Dingen umzugehen, wir spüren plötzlich, dass der Schmerz nachlässt, sehen neue Perspektiven, die wir vorher nicht wahrnehmen konnten. Langsam, ganz langsam, finden wir einen neuen Umgang mit der veränderten Situation. Und erst jetzt können wir annehmen, dass im griechischen Wort "Krise" tatsächlich eine doppelte Bedeutung steckt: die "Krise" und die "Chance". Die Chance auf eine vielleicht bessere Partnerschaft, die Chance auf eine ganz andere berufliche Entfaltung nach der dramatischen Kündigung, der Wegzug in ein völlig neues, besseres Leben.

 

 

Eines steht außer Frage: wenn Menschen oder Tiere uns verlassen haben, Wertvolles unwiderbringlich geraubt wurde, werden wir diese Situationen niemals vergessen können, Wunden werden bleiben. Doch wir können lernen, die Situation anzunehmen und daran menschlich zu wachsen. Verluste sind Teil der menschlichen Erfahrung und Freude, Liebe und Dankbarkeit lassen sich nur in der Tiefe erfahren, wenn wir ihre zweite Seite ebenso akzeptieren: den Schmerz, das Loslassen, die Trauer.

 

Gut zu wissen

Im Rahmen meiner Praxisarbeit biete ich neben Einzel- und Paartherapie auch regelmäßig Seminare, Vorträge, Workshops sowie Kursreihen über mehrere Wochen an. Schauen Sie doch einfach regelmäßig vorbei. Hier geht es zu den aktuellen Terminen.

 

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© Autentaris 2019 Christina Döpper Heilpraktikerpraxis für Psychotherapie, Coaching und Hypnose