Der echte Hunger sitzt woanders!

 

Sie haben alles versucht, kennen jede Diät, jeden Kalorienwert unzähliger Lebensmittel? Sie halten Kontrolle, nehmen sich "zurück", verzichten, gönnen sich kaum noch etwas, haben bei jedem "Fehltritt" ein schlechtes Gewissen, das Ihnen jeglichen Genuss nimmt? Sie treiben extrem viel Sport, um ja nicht zuzunehmen? Sie disziplinieren sich oder gehören sogar zu denen, die heimlich Berge in sich hineinschlingen, um sich anschließend dafür niederzumachen oder gar den Finger in den Hals zu stecken - oder beides? Sie sind mittlerweile davon überzeugt, mit Ihnen stimmt etwas nicht oder Sie sind extrem maßlos und genusssüchtig?

 

Willkommen im Club! So wie Ihnen geht es Tausenden. Die gute Nachricht: Sie haben mit diesen Tausenden eines gemeinsam: Sie alle sind völlig normal. Weder genusssüchtig, noch undiszipliniert noch "zu blöd" für eine Diät. Sie alle haben nur ein einziges Problem: Sie sind seelisch (oder gefühlsmäßig) völlig ausgehungert, unterernährt. DA liegt der Mangel. Und nur da.

 

Immer dann, wenn wir innere Spannungen erleben, die wir gerne abbauen möchten, brauchen wir ein "Ventil". Der eine malt dann ein Bild, der zweite geht mit dem Hund spazieren und bearbeitet eine Sache, die ihm passiert ist, während des Laufens. Der Dritte geht an den Kühlschrank und isst. Wo Anspannung ist, brauchen wir Entspannung. Und Essen entspannt, das wissen wir alle.

 

Ein Beispiel: im Büro sagt der Chef zu Ihnen, nachdem Sie ihm gestehen mussten, eine bestimmte Sache heute nicht mehr fertig zu bekommen: "Frau/Herr ..., ich dachte, ich kann mich auf Sie verlassen!" Das tut weh - und das hat vielleicht früher schon ein Elternteil  so ähnlich zu Ihnen gesagt. "Was soll aus Dir denn bloß mal werden? Wenn man sich auf Dich verlässt, ist man verlassen!" Vielleicht erinnern Sie sich gar nicht mehr bewusst an die Worte Ihrer Eltern, aber Ihr emotionales Gedächtnis tut dies sehr wohl. Heraus kommt ein Gefühl von Unzulänglichkeit, Verantwortungslosigkeit, Nicht-gut-genug-Sein. Und diese Spannung muss irgendwo hin. Und was entspannt uns, stellt keine Fragen, ist immer für uns da? Genau, die Schokolade! Das Wort "Seelentröster" stammt nicht von ungefähr. Und tatsächlich: während des Essens stellt sich eine gewisse Entspannung ein, wir fühlen uns leichter, besser, es gelingt uns, Abstand zu nehmen. Und danach? Kommt der Frust zurück, wieder so viel gegessen zu haben, noch dazu so kalorienreich. Dann fängt das eigene Niedermachen an, die Schuldgefühle brechen sich Bahn und die nächste Abwärtsspirale nimmt ihren Lauf...

 

Es geht auch anders!

 

"Normale" Esser machen sich nie Gedanken über das Essen. Sie essen, wenn sie Appetit verspüren, essen, worauf sie Hunger haben, essen soviel, bis sie sich satt fühlen und wenden sich wieder anderen Dingen zu. Kein Drama, kein Gewicht auf diesem Thema, ein völlig natürlicher Umgang mit Essen, Kochen, Körper. Keine Bewertungen, keine Verurteilungen, keine mentalen oder emotionalen Gefängnisse. Essen als EIN natürlicher Teil des Lebens, ebenso wie Arbeiten, Schlafen, Körperpflege, Partnerschaft, Hobbies, Freundschaften pflegen, nicht wichtiger, aber auch nicht unwichtiger. Doch wie gelingt diesen Menschen dieser natürliche Umgang mit dem Essen?

 

Menschen, die ohne emotionales Essen auskommen, sind in der Regel sehr bewusste Menschen. Sie überlegen sich genau, was sie in ihrem Leben haben möchten, was nicht. Sie klären Probleme dort, wo sie entstehen - und übertragen sie nicht auf andere Bereiche. Sie kennen die eigenen persönlichen Wünsche und Ziele und reagieren entsprechend, wenn etwas aus dem Ruder läuft - ohne dabei Probleme in sich "hineinzufressen" (im wahrsten Sinne des Wortes).

 

Essen ist für sie eine Bereicherung, ein Genuss, aber kein Ersatz oder eine Belastung. Diese Menschen sind sich ihrer Gefühle häufig sehr deutlich bewusst und gönnen sich Freiräume und "innere" Fülle, z. B. durch das Pflegen von Hobbies, Freundschaften, neuen Impulsen auf Reisen, Tieren, einer beruflichen Erfüllung. Werden sie kritisiert, setzen sie sich konstruktiv damit auseinander (Ist die Kritik gerechtfertigt?), statt sich schmollend und beleidigt zurückzuziehen. Sie sind Schöpfer ihres Lebens, klagen andere nicht für ihre Lebenssituation an und fühlen sich nicht als "Opfer der Umstände" (z. B. ihrer Kindheit, einem schlechten Ehemann, einem mobbenden Chef). Mit einem Wort: sie leben ihre Selbstliebe in Achtsamkeit und Respekt sich selbst gegenüber, denn sie fühlen sich wertvoll und geliebt - und sie wissen, dass sie nicht in einer Situation verharren müssen, wenn etwas nicht mehr stimmig ist. Sie handeln und verändern, ihr ganzes Leben lang.

 

Emotionale Esser haben genau an dieser Stelle einen gefühlten entscheidenden Mangel: die Selbstliebe fehlt, es gelingt kaum oder selten, sich selbst anzunehmen wie man ist (bei steigendem Gewicht wird das nicht unbedingt einfacher...). Abwertungen, Ausgrenzungen, Einschüchterungen von anderen finden Resonanz in alten Erinnerungen, die emotional immer noch in uns aktiv sind und uns immer wieder glauben machen wollen: "Siehst Du, ich bin nichts wert!" Wir fühlen uns als Opfer, ohnmächtig (= ohne Macht), daran irgendetwas ändern zu können. Und genau das ist der Trugschluss.

 

Und noch etwas Entscheidendes: emotionale Esser, die mit sich selbst nicht im Reinen sind, die sich selbst kaum aushalten können (weil sie sich für so unzulänglich halten), werden SEHR häufig zum "Retter", kümmern sich aufopferungsvoll um andere und deren Probleme, statt um ihre eigenen. Diese gut gemeinten Rettungsaktionen, das Helfen, das Einbringen, das Übernehmen von Ämtern und Aufgaben soll die Anerkennung im Außen bringen, die wir uns selbst im Inneren verweigern. Zu blöd, dass die Rechnung nicht aufgeht. Wie oft höre ich von "Rettern": Ach, das dankt einem doch eh keiner. Eben. Und deshalb: Energie schleunigst ins EIGENE Leben, denn da gehört sie hin.

 

...und noch einmal: besser geht immer!

 

Eine Änderung ist IMMER möglich, eine neue Entscheidung ist IMMER möglich, wenn es uns gelingt, die Weichen auf die richtige Art neu zu stellen. Wir können die Vergangenheit nicht mehr ungeschehen machen, doch wir können Schritt für Schritt in unser EIGENES Leben finden, das bisher von den Stimmen der anderen (in uns und um uns herum) völlig übertönt worden ist.

 

Auch an dieser Stelle biete ich Ihnen eine therapeutische Unterstützung an, die von persönlichen Erfahrungen untermauert wird. Ich weiß, wie man sich klein, dumm, dick und was sonst noch gerade passen mag, fühlt. Doch ich weiß auch, wie man es schaffen kann, ein glückliches, wertvolles, selbstbestimmtes Leben zu führen, mit "Integration" dessen was ist oder war, statt "Weghaben wollen" von dem, was dann ohnehin wie ein Bumerang zu uns zurückkehren würde.

Gut zu wissen

Im Rahmen meiner Praxisarbeit biete ich neben Einzel- und Paartherapie auch regelmäßig Seminare, Vorträge, Workshops sowie Kursreihen über mehrere Wochen an. Schauen Sie doch einfach regelmäßig vorbei. Hier geht es zu den aktuellen Terminen.

 

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